Zwei Jahre und kein bisschen weise...

Liebe Gemeindeglieder in unserem Kirchspiel,

gerade habe ich noch einmal mein Vorwort für den Gemeindebrief "Pfingsten/Sommer 2017" gelesen, das erste, was ich Ihnen in un-serem Blättchen geschrieben habe.

Viele Fragen stelle ich mir da, manches wünsche ich mir. Nun sind tatsächlich schon zwei ganze Jahre um. Zwei Jahre, in denen ich Sie und Sie mich besser kennengelernt haben. Manche Erwartungen haben sich erfüllt, andere nicht. Manches geht gut von der Hand, manches eher holperig. Manches ist bei mir ziemlich in den Hintergrund getreten, was mir vorher wichtig war. Andere neue Impul-se sind dazugekommen.

Nach zwei Jahren sollte ich ja eigentlich wissen, wie der Hase läuft zwischen Gilfershau-sen und Mönchhosbach. Und vieles habe ich auch tatsächlich kennengelernt. Aber im-mer noch gibt es Dinge, die ich neu entdecke. Und vor allem gibt es immer noch Men-schen, die ich neu entdecke, mit denen ich endlich mal etwas ausführlicher ins Ge-spräch komme, von deren Leben ich mehr erfahre im Taufgespräch oder bei der Vor-bereitung einer Goldenen Hochzeit oder auch einfach so zufällig.

In dem Vorwort vor zwei Jahren habe ich die Frau mit dem Salböl aus Markus 14 zum Vorbild genommen, die sich nicht ablenken lässt, sondern das Richtige zur richtigen Zeit tut, die ein gutes Gespür hat für sich und für die Situation und für die Menschen, mit denen sie zu tun hat. Das wünsche ich mir und uns als Gemeinde nach wie vor.

Auch jetzt tun sich wieder Fragen auf:

Wie wird es werden mit den neuen Kirchenvorständen, die wir hoffentlich im September wählen? Wer wird da neue Anregungen einbringen oder Altbewährtes bewahren?

Wie wird es werden in den kommenden sechs Jahren, in denen wir verstärkt auf die Kirchspiele Nentershausen und Cornberg zugehen werden, ehe wir uns 2026 mit ihnen zusammentun – Sie haben sicher in der Zeitung davon gelesen.

Was erwarten Sie von Ihrer Kirche? Und was sind Sie selbst bereit, an verändernder oder bewahrender Kraft in Ihre Gemeinde einzubringen?

Ich freue mich auf die kommenden Jahre mit Ihnen. Ich freue mich darüber, mit Ihnen auf dem Weg zu sein. Und ich bin sicher, dass wir in all dem unverhofft immer wieder Gottes Spuren begegnen werden.

Herzlich grüßt Sie Ihr Pfarrer

 

 

 

 

 

Tobias Gottesleben