Sieben Schritte zur Osterfreude

Gar nicht mehr so lange, dann geht es schon wieder auf Ostern zu. Im Moment sind Fenster und Vorgärten ein wenig verwaist, nachdem die meisten Lichterketten verschwunden sind. Ein Glück, dass dieser wir ein paar strahlende Wintertage abbekommen haben.

Aber wenn es noch mal trüb werden sollte, dann wird es den ein oder anderen schon bald in den Fingern jucken, den Frühjahrs- und Osterschmuck hervorzuholen. Ich finde, auch da ist Vorfreude die schönste Freude und man droht eher etwas zu verlieren, wenn man schon im März die Plastikeier in den Garten hängt.

Von Weihnachten her kennen wir das: wenn man den Baum schon am 1. Advent aufstellt, wo bleibt dann noch das besondere für die eigentlichen Feiertage? Und mit Ostern ist es nicht anders, ja, da ist der Weg, der zu Ostern hin führt sogar noch viel deutlicher:

Anfangen kann man in diesem Jahr gut mit Fasching, Fastnacht, also dem Vorabend der Fastenzeit, an dem man nochmal so richtig die Sau raus lassen kann und soll. Die Liedertafel Gilfershausen feiert am 2. März.

Der nächste Schritt könnte Aschermittwoch sein, dem offiziellen Beginn der Passions- und Fastenzeit. Sieben Wochen weniger statt mehr, mich ein bisschen einschränken, um dann die Festfreude zu Ostern umso deutlicher spüren zu können.

Anregungen gibt es z.B. auf www.7wochenohne.evangelisch.de. Und weil Verzicht gemeinsam leichter ist als allein, lade ich herzlich zu einem Fastentreffen am Aschermittwoch Abend um 19 Uhr ins Pfarrhaus ein.

Dann kommen sieben Wochen – na eigentlich sind es ja nur 6½ – um sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu besinnen.

Am Anfang der Kartage steht dann der Palmsonntag: Jesus zieht in Jerusalem ein – mit ganz gemischten Gefühlen. Damit beginnt die Erzählung der letzten Tage Jesu. Die Kartage sollen, können Stille Tage, noch verhaltener als der Rest der Passionszeit. Verhalten ja, aber erst einmal nicht todtraurig. Der Abend des Gründonnerstag, den wir in diesem Jahr erstmals in der Solzer Kirche feiern werden, soll noch einmal die Gemeinschaft stärken. Wir feiern Abendmahl in anderer Form, so wie Jesus und seine Jünger das vielleicht damals auch getan haben.

Karfreitag – die Gelegenheit mitzumachen, wenn die Zeit fast stehenzubleiben scheint, sich nichts vorzunehmen, jedenfalls nichts Großes.

Karsamstag, der ja eben nicht Ostersamstag ist, sondern eigentlich der Tag der Grabesstille, an dem Jesus "hinabfährt zu den Toten"... um gerade ihnen als ersten zu verkünden, dass der Tod nicht das Ende ist, dass sie mit ihm auferstehen werden. und in sofern ist da vielleicht doch mehr denn je schon österliche Vorfreude angesagt und es ist doch an der Zeit, die Vorbereitungen für Morgen zu treffen: Ostereier zu färben und den Osterschmuck schon einmal bereit zulegen.

Wenn wir so einen Weg auf Ostern zugegangen sind, dann kann sich am Ostermorgen auch die Freude richtig Bahn brechen, dann ist Ostern nicht noch so ein Feiertag, den es irgendwie zu füllen gilt, sondern dann kann es das Fest des Lebens werden. Gemeinsam begrüßen wir das Osterlicht in der Feier der Osternacht in der Solzer Kirche am 21. April um 5:30 Uhr. Und wie gewohnt schließt sich dann ein gemeinsames Osterfrühstück an, zu dem Sie bitte Geschirr und Frühstücksgaben mitbringen.

Ich freue mich schon darauf, mit Ihnen diesen Weg zu gehen.

Ihr Pfarrer

 

 

 

 

 

Tobias Gottesleben