Gilfershäuser Kirche

Die Dorfkirche von Gilfershausen ist ein recht altes Gebäude. Am Hang über dem Dorf erbaut, prägt sie das Dorfbild. Der Turm, sowie die unteren Geschosse des Schiffes sind massiv aus Bruchsteinen gemauert mit Wandstärken bis zu 1,40 m Stärke, an den Enden durch mächtige Quader gehalten. Man wird an eine Burg erinnert. Das leichte Fachwerkgeschoss über dem Schiff steigert durch seinen Gegensatz zum Mauerwerk noch dessen wuchtige Wirkung.

Im Unterschied zu anderen Kirchen steht der Turm im Osten und nimmt deshalb den Altarraum (Chor) auf. Im Erdgeschoss des Turmes sind noch Reste von früheren Rundbogenfenstern zu sehen. Der halbrund ausgearbeitete Sturz ist jeweils aus einem Stück (Monolith) gearbeitet. Der Turm selbst ist in 8,50 m Höhe abgesetzt. Die Schallöffnungen im oberen Teil stammen aus romanischer Zeit. Das Turmdach wird früher steiler gewesen sein. An dem unteren, dem ältesten Teil des Turmes war westlich das Schiff angesetzt, was ursprünglich etwa 2/3 des heutigen Schiffes ausgemacht hat. An der Südwand des Schiffes sind noch Gewände des früheren Eingangs zu erkennen. An der Westwand über dem heutigen Eingang sieht man noch eine vermauerte Öffnung mit einem Spitzbogen – vermutlich der ursprüngliche Emporenzugang – der auf die westliche Erweiterung des Schiffes in gotischer Zeit schließen lässt. Auch der Spitzbogen zwischen Schiff und Chor, wie das Kreuzgratgewölbe stammen wohl aus spätgotischer Zeit; desgleichen das Wandtabernakel im Chor. Wiederum aus späterer Zeit stammt das Fachwerkgeschoss und die Veränderung der Fenster. Die Jahreszahl 1721 ist in dem Sturz eines Südfensters eingemeißelt. In dieser Zeit dürfte auch die zweite Empore angelegt sein, während die erste Empore aufgrund der Art ihres Schnitzwerkes etwa 200 Jahre früher zu datieren wäre. Die in bäuerlicher Weise vorgenommene Ausmalung der Emporenbrüstungen mit Darstellung der Apostel bilden einen besonderen Schmuck des Kirchenraumes.

Ein verbindliches Datum für die Errichtung der Kirche ist nicht bekannt. Der Bau ist 1239 zum erstemal in einer Urkunde erwähnt. Tatsächlich wird er älter sein. In der Ersterwähnung ist von einer Kapelle in Gilfershausen die Rede, die zu Pfarrei Iba gehörte. Von 1278 an bis zur Reformation ist Gilfershausen eine eigene Pfarrei. Dann wird sie wieder Iba zugeteilt, bis sie 1971 dem Kirchspiel Solz angegliedert wird (Ev. Pfarramt Solz, Burgring 12, 36179 Bebra-Solz, Tel. 06627/919060)

Die Kirche ist jederzeit zugänglich (Schlüssel neben dem Eingang). Bei Rückfragen steht Herr Otto Schmidt, Braunhäuser Str. 6 zu Verfügung.

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